Es war mal wieder Zeit, zumindest hab ich es mal beschlossen, seine Mac’s aufzuräumen. Also setzte ich mich hin und räumte zuerst die Festplatte vom Macbook Pro auf. Man, da war soviel unnötiges Zeug drauf, welches auch noch knapp 40GB in Anspruch genommen hatte… Weg damit! Dann hab ich mich gefragt, ob ich wirklich noch alle Progs benutze die dort installiert sind. Ehm, nicht wirklich. Nun also noch diverse Programme gelöscht und siehe da, er läuft wieder wie ein “Leopard” (hoffe Ihr versteht den Wink;)). Danach ging es an den Mac Pro im Studio, welchen ich noch nie seit seinem ersten Arbeitstag entmistet habe. Gut, bei 1,5 Terrabyte Festplattenspeicher hat man ja erstmal Ruhe. Wirklich viel hab ich von Ihm auch nicht gelöscht, da ich die meisten Projekte noch im Setup behalten möchte. Da ich wegen der Versicherung ja mind 1 Mal im Monat ein Backup machen muss, hab ich zwar alles auf einer Externen, aber um mal ein bisl neben rumzuschrauben und dafür wieder aufzuspielen, ist ein bischen mühselig…
Weil ich ja schonmal im Wahn war, hab ich mir noch meinen alten Studio-Pc (jetzt Multimedia-PC) zur Brust genommen. Ui ui ui, kann ich da nur sagen. Ich habe dort damals 4 Partitionen erstellt, um Prog’s von den Audiodateien, Plug-In’s, etc zu trennen. Erstens wegen der Übersicht und zweitens ist es besser eine extra Partition als Aufnahmesektor bereit zu stellen. Auf jeden Fall bin ich beim säubern, auf einen Ordner mit 5-6 Jahre alten Recordings gestossen. Die Tracks erstmal in nen Player gezogen und in Erinnerungen geschwelgt. Drei von diesen alten MP3′s möchte ich Euch nicht vorenthalten. Sie sind so 2005 entstanden und entspringen den kreativen Köpfen des “KontRAProjekt”s.
Viel Spass beim hören und ein schönes Wochenende, Cyril
Hier sieht man das Setup für den Mix vom “Vinnie Paz – Nosebleed RMX”. Mein Homes Many Beats hat den Beat produziert. Nach dem Mixdown kam natürlich noch das Mastering dran
Die folgende Story erzählt meinen Weg ins Internetradio und den leider zeitlich bedingten Ausstieg…
Wie schon erwähnt, habe ich eine grosse Affinität zur Musik. Als ich während meinem Studiums in Berlin mal Nachmittags meine Wohnung aufgeräumt habe und nicht wieder die CD wechseln wollte, hab ich mich entschlossen mal nach Internetradios ausschau zu halten. Ich war erstaunt über das zahlreiche Angebot im Sektor Jazz, Soul, Rock & Pop. Natürlich gab/gibt es auch diverse Hip Hop Stationen, aber diese spiegelten nicht meinen Musikgeschmack wieder, davon abgesehen das dort nur internationaler Rap lief. Ich fragte mich, warum es keinen Sender mit deutschem Hip Hop gab und hab etwas weiter gegooglet. Ich bin auf “TrueHipHop.fm” gestossen und habe tatsächlich zwischen den ganzen Ami-Raps auch mal nationale Titel gehört. Dann kam mir der Gedanke: “Man, so schwer kann es doch nicht sein, eine eigene Sendung auf die Beine zu stellen, wo nur dt. HipHop gespielt wird. Genug Material in Form von CD’s hab ich doch und das Equipment zum senden auch (Mac, Mic, meine Stimme und mein Gehirn).”
Da mich diese Idee am nächsten Tag immernoch beschäftigt hat, habe ich den Besitzer der Radiostation kontaktiert und Ihm meinen Vorschlag auf eine 2 stündige Livesendung unterbreitet. Er war von der Idee auch begeistert und so ergab es sich, dass ich nachdem ich mir noch spezielle Streamingsoftware besorgen musste, das erste mal “on Air” war. Das hat mir dann soviel Spass gemacht, dass ich damit auf jeden Fall weitermachen wollte. A propos, die Show bekam den passenden Namen: “Deutschstunde”. Nach einigen Sendung gab es auch steigende Hörerzahlen und gute Response. Ich vermochte es aber nicht dabei zu belassen und fing an Promo für die Show zu machen und fragte diverse Künstler, ob sie mal in die Sendung reinhören würden und mir bei Gefallen ein Shout aufzunehmen. Die Resonaz wurde immer grösser und ich überlegte mir, was ich an der Show noch verbessern könne. Der nächste Schritt war einfach, vom stupiden Auflegen auch CD-Vorstellungen und Interviews zu machen. Einige Künstler waren auch damit einverstanden, dass ich Spezialsendung, bei denen es sich nur um den jeweiligen Act gehandelt hat zu realisieren. So wuchs das Interesse an meiner Show und sie wurde sehr abwechslungsreich.
Das mitunter schönste Interview, dass ich in der Liveshow geführt habe, war mit “Herr von Grau”. Die beiden Jungs sind unverständlich einfach! Wir haben viel gelacht, die aktuelle LP vorgestellt, Benny hat Freestyles gekickt und Kraatz hat die Hörer mit Lebensweisheiten verwöhnt. Es wurde auch das ein und andere Bier getrunken und die Stimmung war so gelassen, dass wir eigentlich gar nicht aufhören wollten.
Selbst als ich nach Saarbrücken heimkehrte, habe ich die Show noch weiterhin abgehalten. Da die Show aber Vorbereitungszeit benötigt und ich keinen Schritt zurück machen wollte, musste ich leider irgendwann einsehen, dass ich durch die Selbstständigkeit nicht mehr genug Zeit dafür finde. Zumal ich in den letzten Monaten auch noch Freitag mit meinem Homie Oniel eine internationale Liveshow gesendet habe. Nun ja, es war eine schöne Zeit und ein tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Vielleicht ergibt sich ja nochmal die Gelegenheit und ich werde mich wieder hinter die 1210er stellen und die Hörer mit meine wohltuenden Stimme verwöhnen. Ich möchte es nicht ausschliessen!
Ich habe 12-16 Sendung aufgezeichnet und werde sie Zug um Zug auf meinen Blog stellen. Dann könnt Ihr euch ein eigenes Bild von der “Deutschstunde” machen. Ich habe auch noch einen Trailer mit den Shouts diverser Hip Hop Veteranen, den ich hier mal reinstelle:
Und hier ist die erste Aufzeichnung einer meiner Shows:
Ich möchte heute ein bischen aus meiner Zeit in Berlin berichten. Ich habe mir, mit einem ehemaligen Freund, eine schöne Altbauwohnung (3.Stock) im noch schöneren Wedding angemietet. Dies sollte für die nächsten Jahre unser Domizil sein. Viele Einkaufsmöglichkeit um uns herum, gute Verkehrsnetzanbindungen und nur ca. 30min zu Fuss zur Uni. Ja, ich habe die SAE Berlin besucht. Über diese Institution soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden, aber dennoch konnte ich einiges dazulernen. Ein grosser Pluspunkt waren die sonst nicht so erreichbaren Gerätschaften, wie zB die SSL 4000 oder die ICON. Die auswärtigen Dozenten konnten einen auch etwas vermitteln, da es meistens Grössen aus den jeweiligen Branchen waren. Doch das eigentliche Konzept bestand aus “learning by doing”, was oftmals an dem zum Teil defekten Geräten sich als nicht leicht heraus kristallisierten sollte! Mit die effizienteste Übung, die mir auch heute noch hilft und mein Ohr geschult hat, war “Golden Ears”. Man hat “pink/white noise” in den unterschiedlichsten Frequenzen auf die Kopfhörer bekommen und musste sie mittels einer vorgefertigten Tabelle den richtigen Herzzahlen zuordnen. Mehr will ich nicht auf das Thema SAE eingehen.
Da auf der Uni noch weitere Menschen umherlaufen, ergaben sich mit der Zeit auch einige Kontakte. Eine der Personen, die ich dort kennengelernt habe, begleitet mich immernoch. Wie genau das erste Treffen aussah, kann ich leider nicht mehr rekonstruieren (da es aber keine Frau ist, wird er mir das bestimmt nicht übel nehmen). Auf jeden Fall hat er sich mit Chewo vorgestellt; Chewo Beats um genauer zu sein. Er hat mich zu sich nach Hause eingeladen, um Unimitschriften auszutauschen und mir zu zeigen, was er für Musik mache. Wir haben uns auf anhieb gut verstanden und da er nur eine Strasse weiter wohnte (welches in Berlin aber trotzdem 10min Fussweg bedeuten kann) bin ich immer öfter zu Ihm maschiert. Ein paar Treffen später, hat er mir nicht nur seine Instrumentals vorgespielt, sondern er hat in meinem Dasein angefagen einen neuen Beat zu basteln. Ich war erstmal sehr fasziniert und habe nur zugeschaut (ich bin kein Beatbauer, mir langt meine Konsole und meine EQ’S). Ich habe noch nie zuvor jemand in dieser Art und mit dieser Leidenschaft Beats machen gesehen. Er hat das Sample von der Vinyl in den PC importiert, dort bearbeitet und dann in Slices aufgeteilt. Die Drums (Kick, Snare) hat er in seine Akai S950 importiert und mit seiner MPD getriggert. Es war eine wahre Pracht, Ihm dabei zu zuschauen. Der Beat hat immer mehr Form angenommen und schon bald bewegten sich unsere Köpfe im Takt. Sei mir nicht böse Chewo, ich weiss, das stecken noch viel mehr Schritte und Arbeit dahinter, aber das alles aufzuschreiben wäre zuviel des Guten.
So hat es sich zugetragen, dass wir uns oft zusammen gesetzt haben und ich Ihm beim Beats bauen über die Schultern schauen durfte. Ich bin jetzt ehrlich; manchmal wurde es mir schon langweilig, als ich 2 Std lang den gleichen Drumloop hören musste, aber das Endprodukt hat einen dafür entschädigt! Und seine Mühen haben sich auch ausgezahlt gemacht. Er verkauft nicht nur an deutsche, sondern auch an ausländische Künstler seine Werke. Was mir auch noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist, sind die Frühstücke mit Chewo. Das hab ich vorher auch noch nie erlebt! Da wurde Speck in der Pfanne gebraten, dann der Toast in die gleiche, fettige Pfanne gehauen; es wurden Pancakes mit Ahornsirup gemacht; Wurst, Käse, Philadelphia, Müsli – ich habe nie so lecker Gefrühstückt, wie bei Chewo!!! Der Junge hats drauf, Punkt.
Jetzt bin ich wieder in Saarbrücken und er in seiner Heimatstadt, aber wir haben noch weiterhin Kontakt (was hoffentlich so bleibt) und jeder von Uns fühlt sich immernoch so stark der Musik so hingezogen. Auf das sich dies nie ändern wird! Besucht Ihn doch mal auf seiner Seite: Chewo Beats
Jaja, the good old days. Wenn man mal Zeit hat, sie sich gedanklich zurück dreht und einen Erinnerungen in den Kopf schiessen gibt es gute, sowie schlechte Erfahrungen an die man denkt. Ich möchte von einer guten Erinnerung reden, die ich vor “Calibrated Audio” erfahren durfte. Ich meine damit mein altes Label “RaucherZimmer Recordz”. Was anfangs eine Idee und vielleicht sogar ein kleiner Traum von mir war, wurde mit Herzblut umgesetzt. Mit genau diesem Elan, mit dem ich meine heutige Firma betreibe. Schon durch die Eindrücke, die ich in Heidelberg während meiner Internatszeit sammeln konnte, wusste ich das Musik einen großen Platz in meinem Leben einnehmen würde. Ich habe mir damals, hinter der Firma meines Vaters, ein kleines low-budget Studio eingerichtet. Erst ein 8-Track Recorder, der aber schon bald durch ein Audiointerface und einen PC abgelöst wurde. Eine stattliche Booth gab es und einen Jungen hinter der Scheibe, der wissendurstig Alles in sich aufnahm. Der Grundgedanke von mir war es, eine Platform für saarlandische Künstler zu schaffen, einen Platz wo jeder Rapper/Sänger die Möglichkeit hat zu recorden und seine Werke auf CD zu verewigen. Schon bald gab es guten Zuspruch und ich habe mich dazu enstschlossen ein Label zu gründen, um die CD’s der Künstler einen größeren Publikum vorzustellen. Naja, was folgte war eine Anmeldung bei der GVL, dem Markenamt und ein Gewerbeschein. So trug es sich auf zu, dass der erste Labelsampler aus dem Boden gestampft wurde. Rückblickend gesehen, mit den Mitteln die mir zur Verfügung standen (Mic, Interface, PC->wohlgemerkt ohne die ganzen tollen PlugIns) haben wir das Beste rausgeholt, was rauszuholen war. Was mich damals auch glücklich machte, war die Tatsache, dass die komplette Produktion nach 2 Monaten ausverkauft war. In dem RZ (RaucherZimmer) wurden noch die LP’s von KontRAProjekt, Samso(night) und EinfachnurJ (welche bis heute leider nicht erschienen ist) komplett produziert. Dann ging es für mich irgendwann nach Berlin, um dort zu studieren. Also ich wieder zurück kam, habe ich feststellen müssen, dass sich in der Szene einiges verändert hat. Jetzt hatte fast jeder ein eigenes “Studio” und meint er könne seine Musik selber recorden, mixen und “mastern” (wobei es mir den größten Schauer auf den Rücken treibt, wenn ich höre wie Leute ihre Tracks “mastern”. Aber dazu ein anderes Mal;)) Somit hab ich mich entschlossen, die Ära “RaucherZimmer” zu beenden und einen neuen Weg zu gehen…